Wettbewerb: DenkT@g im Internet
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dpa, 27.6. 2001
 
Schüler geben Denk@nstoß mit Homepage im Internet

Von Stephanie Fockenberg
Hannover (dpa/lni) Fünf Monate waren sie dem Rechtsextremismus in ihrer Region auf der Spur: Fünf Schüler und eine Schülerin der Christophorus-Schule in Elze (Kreis Hildesheim). "Es war teilweise erschreckend, was man alles aus der Region erfährt, wenn man mal genau hinsieht", sagt Danijel Zeko. Danijel und seine Mitschüler haben sich wie rund 1200 Jugendliche am Schülerwettbewerb DenkT@g im Internet beteiligt. Und: Sie gehören zu den Gewinnern. Die Ergebnisse ihrer Recherchen präsentieren sie jetzt im Internet. "Ich halte es für sehr wichtig, Geschichte durch Neue Medien lebendig zu machen", sagte Niedersachsens CDU-Vorsitzender Christian Wulff als Schirmherr der Veranstaltung.
Teilnehmen an dem Wettbewerb der Konrad-Adenauer-Stiftung konnten Jugendliche ab 16 Jahren. Sie sollten Homepages zu den Themen Nationalsozialismus und Rechtsextremismus erstellen. "Wir wollten angesichts des zunehmenden Rechtsextremismus im Internet mit dem gleichen Medium zurückschlagen", sagt Ulrich Dütemeyer, Leiter der Stiftung in Hannover. Um zurückschlagen zu können, mussten die Schüler nebenbei noch ein wichtiges Handwerk erlernen: Das Basteln einer Homepage.
"Aktiv gegen Rechts" heißt das Thema der Internet-Seiten, die die 16-Jährigen der Christophorus-Schule präsentieren. "Wir haben lange überlegt, was wir überhaupt machen wollen", sagt Anias Stier, einer aus der Gruppe. "Wir haben uns dann für etwas Aktuelles entschieden." Auf die Idee, das Thema Rechtsradikalismus zu ihrer Geschichte zu machen, sind sie durch die Zeitung gekommen. "Jeden Tag neue Meldungen haben uns vor Augen geführt, was hier eigentlich gleich um die Ecke passiert", sagt Danijel betroffen.
Das Thema Nationalsozialismus halten sie nach wie vor für wichtig. Da sie diese Themen aber seit Jahren in Deutsch, Geschichte und Politik pauken, stand nun ein Themenwechsel auf der Tagesordnung: "Wir hatten keine Lust, einfach nur etwas zusammenzutragen, was es schon gibt. Wir wollten etwas Neues machen", begründet Danijel die Entscheidung. Schließlich musste es auch interessant genug sein, um sich fünf Monate lang damit zu beschäftigen.
Während der Projekt-Arbeit luden sie unter anderem einen Polizisten ein, der ihnen von seinen Ermittlungen im rechtsextremistischen Milieu erzählt hat. "Das Beste aber auch das Anstrengendste waren die Fragebögen", meint Annika Habenicht. 300 Stück haben sie an Schüler und Bürger der Stadt verteilt. Weil die Zeit nicht reichte, mussten sie die Bögen in den Ferien auswerten. Es stellte sich heraus: "Manche haben gar keine Ahnung und konnten schon mit dem Begriff "rechtsradikal" nichts anfangen. Anderen ist es auch einfach egal. Zu egal."
Auch wenn die Erfahrungen, die sie durch diese Aktion gesammelt haben, nicht immer positiv waren: Mit ihrem Ergebnis sind alle zufrieden. "Wir sind begeistert über die Kreativität und das Engagement sämtlicher Schülerinnen und Schüler", zieht die Projektleiterin Ariane Vorhang Bilanz. "Andere Klassen haben Konzentrationslager besucht und Zeitzeugen befragt", erzählt sie. Der Wettbewerb wurde anlässlich der "Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus" am 27. Januar ins Leben gerufen.
Auch Initiator Dütemeyer, der den Schülern aus Elze und einer zweiten Gewinner-Klasse aus Göttingen am Dienstag einen Gutschein für eine Reise nach Straßburg überreichte, zieht sein eigenes Fazit: "Wenn Vorträge gehalten werden, weiß man nie, was bei den Leuten hängen bleibt. Hier habe ich das sichere Gefühl: Wir haben was bewirkt."
(Internet: http://www.denktag.de