Wettbewerb: DenkT@g im Internet
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Neue Osnabrücker Zeitung vom 27.6.2001
 
Von Hitler über Remarque zu den "Toten Hosen"

Osnabrücker Schüler für Homepage ausgezeichnet

Von Hans Brinckmann
Die 37 Jahreszahlen auf der Zeitachse haben es in sich: Per Mauklick "aktiviert", geben sich vielschichtige Informationen zur Entwicklung des Nationalsozialismus und zum Wiederaufflackern rechtsextremistischer Tendenzen in der Gegenwart wieder. Hinter 1889 und 1898 verbergen sich zum Beispiel Lebensläufe von Adolf Hitler und Erich Maria Remarque, hinter 1958 Beschreibungen des Emslandslagers und hinter 1982 Texte der "Toten Hosen" gegen Rechtsradikalismus. Die informative Zeitschiene brachte einer Klasse der Berufsbildenden Schulen am Schölerberg (Osnabrück) jetzt einen der Hauptpreise in einem Wettbewerb der Konrad-Adenauer-Stiftung ein.
"Recht(s)zeitig?" lautet der Titel der Homepage, die die Klasse S00-6 mit Studienrat Horst Kötter im Rahmen des Web-Projekts "DenkT@g im Internet" erstellt haben. Die 25 Schülerinnen und Schüler - Auszubildende als Sozialversicherungsfachangestellte - gewannen damit eine Klassenfahrt nach Berlin.
Bei der Preisverleihung am Dienstag in Hannover wurde die Arbeit der Osnabrücker Berufsschüler als eine der besten unter mehreren Dutzend Einsendungen eingestuft. Alles in allem hatten sich über 1.200 Jugendliche in Niedersachsen an dem Wettbewerb beteiligt, der unter der Schirmherrschaft von CDU-Landeschef Christian Wulff, des Scorpions-Leadsängers Klaus Meine und des Landesvorsitzenden der Jüdischen Gemeinden, Michael Fürst, stand.
Stiftungsleiter Ulrich Dütemeyer wertete das Projekt als Erfolg. Es sei gelungen, mehr Jugendliche als erhofft dafür zu gewinnen, sich mit den Themen Nationalsozialismus und Gewalt auseinander zu setzen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse via Internet zu verbreiten. Unter "http:www.denktag.de" ist dort die Arbeit der Osnabrücker Klasse aufzurufen. "Wer die Seite anklickt, wird automatisch neugierig. Sie ist einladend und motiviert Jung und Alt, sich mit der Gesamtproblematik zu beschäftigen," urteilte die Jury, die den Berufsschülern eine "kreative und abwechslungsreiche Aufbereitung von Sachinformationen" bescheinigte.
Ein kräftiges Lob zollte der CDU-Chef Wulff den Organisatoren und Teilnehmern des Wettbewerbs. Dies sei ein guter Beitrag gewesen, Schüler gegen Rassismus und Gewalt zu aktivieren, und sie für die Achtung der Menschenwürde zu begeistern. Das dies aber nicht immer reibungslos über die Bühne ging, zeigte ein Beispiel aus dem nördlichen Niedersachsen. Bei der Erarbeitung eines Beitrages mit einem klaren Bekenntnis gegen Fremdenhass und Gewalt gab es nach Angaben der Konrad-Adenauer-Stiftung Streit, weil rechtsgerichtete Mitglieder der Berufsschulklasse gegen die angepeilte Zielsetzung protestierten. Die anderen Schüler ließen sich jedoch nicht einschüchtern und setzten den Beitrags-Wettbewerb durch......